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» Aktuelle Studie zur Zeckenentfernung

Studie: Entfernung von Zecken mittels der Zeckenzange Ultra und Co-Infektionen

Die Firma Dr. Schick GmbH führt aktuell eine kleine Studie durch, folgende Untersuchungen bzw. Maßnahmen werden veranlasst:

  • Entfernung der Zecke mit der Zeckenzange Ultra: Untersuchung auf komplette Entfernung der Zecke (Mundwerkzeuge)
  • Untersuchung der Zecke im Labor auf Borrelien und Anaplasmen (Anaplasma phagozytophila)
  • Untersuchung auf Saugzustand. nüchtern, angesogen, vollgesogen
  • Untersuchung der Zeckenstadien: Larve, Nymphe, adulte Zecke
» Zeckenentfernung - der aktuelle Bericht

Zeckenentfernung

Allgemeiner Konsens: Festgesogene Zecken sollten sofort entfernt werden, dadurch kann die Infektionsgefahr erheblich gemindert werden. Kontrovers wird diskutiert, wie die Zecken entfernt werden sollen, derzeit werden folgende Empfehlungen gegeben:

  • Zecken mit einem Skalpell direkt an der Haut fassen und vorsichtig heraushebeln, wir empfehlen dies für den Laien nicht.
  • Zecken mit einer Pinzette möglichst hautnah fassen und langsam herausziehen, dabei können jedoch große Teile der Zecke in der Haut zurück bleiben. Vor dem Herausziehen sollte die Zecke eine halbe Umdrehung nach links und nach rechts gedreht werden, dies erleichert die Entfernung, 
  • Zecken mit einer Zeckenschlinge entfernen, funktioniert, aber vor allem bei Zeckenlarven (0,5 mm klein),  an stark behaarten Hautstellen und an problematischen Hautsellen (wie z. B. am Auge, hinterm Ohr) wird es schwierig. 
  • Zeckenhaken ist o.k., wenn gedreht wird, an Bereichen mit Hautfalten oder am Augenlid schwer zugänglich, wird in der Literatur immer noch viel besser bewertet als eine Pinzette.
  • Patentierte Zeckenkammkarte von Dr.Schick kann in der Brieftasche aufbewahrt werden, funktioniert als Notbehelf gut, Probleme evtl. an nicht leicht zugänglichen Hautstellen (Hautfalten, Augenlider, etc.).
  • Zecken mit einer Zeckenzange möglichst hautnah fassen und herausdrehen (ca. 2 Umdrehungen), die Drehrichtung ist dabei ohne Bedeutung (unsere Empfehlung wird auch in der Literatur als beste Technik beschrieben, Studien bei www.zeckenzange.eu). Beim Drehen bleiben auch nur geringe Anteile der Mundwerkzeuge in der Haut zurück.Die patentierte Zeckenzange Ultra hat eine Doppelfunkion: Greifer mit geringem Greiferdruck zum Herausdrehen sowie eine Greifertasche (ähnlich einer Zeckenkarte) zum Herausziehen oder Herausdrehen. 
  • Shave-Exzision: Zecken werden z.B. mit einer Rasierklinge (parallel zur Haut) entfernt, hierbei kann es jedoch zum Abreißen der Mundwerkzeuge kommen (diese Methode können wir nicht empfehlen!)
  • Zecken werden mit Alleskleber, Öl, Nagellack, usw. beträufelt. Diese Methode sollte nicht angewendet werden, da eine erhöhte Infektionsgefahr bestehen könnte, außerdem wird durch Auftragen dieser Hilfmittel die Entfernung von Zecken nicht gelingen.

Eine Studie der Universität Wien zeigt, dass das Herausdrehen der Zecken am besten funktioniert.

> Wir empfehlen: Zecken mit Dr. Schick’s Zeckenzange einfach herausdrehen

» Borreliose / FSME-Verbreitungsgebiete

Zecken können überall in Deutschland die Erreger der Lyme-Borreliose (Borrelien) übertragen, selbst in Gärten und Parkanlagen halten sich die Plagegeister auf. Vorsicht ist im hohen Gras, an Büschen und Waldrändern geboten. Ca. jede 3. bis 5. Zecke trägt Borrelien in sich, dies ist regional verschieden. Grundsätzlich gilt: In Grünanlagen, wo sich Mäuse aufhalten, findet man auch Zecken. Auch in unseren Gärten (auch in Städten oder stadtnahen Gebieten finden sich Zecken, eingeschleppt werden diese Plagegeister vor allem durch Vögel, Haus- oder Wildtiere.

FSME-Infektionen werden vor allem in Gegenden Süddeutschlands beobachtet, die aktuellen FSME-Verbreitungsgebiete in Deutschland sind hier zu sehen:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/17_17.pdf?__blob=publicationFile                     (Epidemiologisches Bulletin Robert-Koch-Institut Stand April 2017 als pdf-Datei)

Ein Impfschutz ist möglich und ratsam, wenn man sich in FSME-Gebieten aufhält und Aktivitäten im Freien (Gartenarbeit, Campen, Wandern, usw.) vorgesehen sind.

Es gibt in Süddeutschland Gebiete, in denen die FSME-Erkrankung überdurchschnittlich diagnostiziert wird. Diese Gebiete sind aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI auf Seite 159 dunkelblau eingezeichnet, insgesamt handelt es sich um 48 Landkreise mit mehr als 5 Erkrankungen im 5-Jahreszeitraum.

Definition eines Risikogebietes (Quelle: www.rki.de) Ein Kreis wird als FSME-Riskogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem 5-Jahreszeitraum von 2002-2014 (z.B. 2004-2008, 2006-2010, 2007-2011 oder einem anderen 5-Jahrszeitraum) im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant höher (>0,05) liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl. 

Beispiel: Der Stadtkreis Heilbronn ist kein Risikogebiet, weil in den angrenzenden Landkreisen o.g. Bedingung nicht erfüllt wird. Alle an den Stadtkreis Heilbronn angrenzende Landkreise zählen jedoch zu den Riskiogebieten, weil in einer der angrenzenden Kreisregionen FSME-Fälle aufgetreten sind. Dies bedeutet, dass ein Landkreis durchaus als Risikogebiet eingestuft werden kann, auch wenn in diesem Kreis noch nie eine FSME-Erkrankung registriert wurde.

» Empfehlung von Dr. Schick: Wie entfernt man Zecken?

Festgesogene Zecken sollten einfach herausgedreht werden (ca. 2 Umdrehungen), die Drehrichtung ist dabei ohne Bedeutung. Verschiedene Untersuchungen (De Boer / Niederlande sowie eine Studie an der Universität Wien) zeigen, dass das Herausdrehen von Zecken tatsächlich am besten funktioniert (siehe Literaturübersicht, die komplette Untersuchung der Universität Wien finden Sie bei www.zeckenzange.eu). Eine Studie, die 3 kommerzielle Zeckenentfernungsgeräte mit einer spitzen Pinzette vergleicht, zeigt, dass kommerzielle Instrumente besser funktionieren als eine Pinzette. In 95 % der Fälle blieben bei der Entfernung mit einer Pinzette Reste der Mundwerkzeuge in der Haut zurück (R. Needham, Evaluation of three commercial tick removal tools).

Zur Entfernung bieten sich die in Apotheken erhältliche Zecken-Zange von Dr. Schick (Art.-Nr. 03741375, Preis 3,95 €) und Zecken-Zange Ultra (Art.-Nr. 07662141, Preis 4,50 €) an.

Die normale Zecken-Zange öffnet die Greifer auf Druck von oben (vergleichbar einem Kugelschreiber). Im Gegensatz hierzu ist die Zecken-Zange Ultra bifunktional und gewährleistet eine einfache und leichte Handhabung. Die Doppelfunktion der Zeckenzange Ultra (Greifer + integrierte Einkerbung ähnlich einer Zeckenkarte) hat ein EU-Patent + US-Patent erhalten. Die Kunststoffgreifer üben im Gegensatz zu handelsüblichen Zeckenzangen einen nur geringen Druck auf die Zecke aus, so dass die Zecke nicht gequetscht werden kann. 

Mit der neuen Zecken-Zange Ultra Chirurgenstahl (Art-Nr. 6715711, Preis 8,95 €) können die Zecken auch aus der Haut herausgezogen werden. Der Greiferdruck bei dieser Zange ist wesentlich größer als bei der Zeckenzange bzw. Zeckenzange Ultra, dies ist auch notwendig, da beim Herausziehen der Zecke wesentlich mehr Druck auf die Zecke notwendig ist. Apotheker Dr. Schick empfiehlt, beim Herausziehen einer Zecke Folgendes zu beachten: Vor dem Herausziehen sollte die Zecke eine halbe Umdrehung nach links und rechts (oder umgekehrt) gedreht werden, um die fest in der Haut verankerten Widerhaken zu lösen. Danach die Zecke bei leichtem Zug langsam und gerade aus der Haut ziehen. 

Auch gelingt eine zufriedenstellende Entfernung mit der patentierten Zeckenkammkarte (Art-Nr. 6092397, Preis 2,35 €). Die Zeckenkammkarte passt in jedes Portemonnai und ist eine schnelle Hilfe bei der Entfernung der Zecken. Je nach Zeckengröße (Larve, Nymphe, erwachsene Zecke) schiebt man einen der dreieckigen Schlitze unter die Zecke und hebelt diese einfach heraus.
Mit Hilfe des Kamms lassen sich Zecken auf dem Fell von Haustieren herauskämmen. Von Haustieren, die sich im Freien aufhalten, können Zecken leicht auf Menschen überwandern.

Die Entfernungsmethode der Zecken-Zange Ultra mit der Doppelfunktion wurde von Dr. Schick patentiert:
Die Greifer lassen sich durch seitlichen Druck öffnen, die Zecke wird hautnah gefasst und herausgedreht. Bei Tieren findet man des öfteren bereits vollgesogene Zecken (bis ca. erbsengroß), diese Zecken lassen sich einfach mit der Zecken-Zange Ultra in der dafür vorgesehenen Greifertasche fassen und herausziehen, die Zecke verbleibt in der Greifertasche. Auch das Produkt Zeckenkammkarte hat ein EU-Patent erhalten.

Herausdrehen von Zecken: Die Zecke hat natürlich kein Gewinde, wie zutreffend behauptet wird. Die Drehbewegung bewirkt einen leichten Zug auf die Zecke und deren Mundwerkzeuge, die so aus der Haut herausgelöst werden können.
Zecken sondern zu Beginn des Saugaktes ein schnell erhärtendes Sekret ab (sogenannte "Zementsubstanz"), die sich zwischen Mundwerkzeuge und Wirtsgewebe ansammelt, auf diese Weise verankern sich die Zecken in der Haut. Die Mundwerkzeuge sind quasi "einzementiert" und mit kleinen Widerhaken versehen. So ist zu verstehen, warum beim Herausziehen der Zecke mehr Kraftaufwand notwendig ist als beim Herausdrehen. Eine Untersuchung an der in Europa weit verbreiteten Zecke (Ixodes ricinus, „Gemeiner Holzbock“) zeigt, dass beim Herausdrehen der festgesogenen Zecke (im Vergleich zum Herausziehen) zudem weniger Anteile von Mundwerkzeugen in der Haut zurückbleiben. Allerdings wird beim Herausdrehen die Zecke etwas mehr beschädigt.

» Neueste Untersuchung der Universität Wien

Zecken können am besten aus der Haut herausgedreht werden!

Eindrucksvoll wurde bewiesen, dass eine Zeckenzange am besten zur Entfernung von Zecken geeignet ist! Dabei muss die Zecke jedoch herausgedreht werden.
Die Zeckenzange erhielt bei allen untersuchten Kriterien die Note 1 (außer beim Zustand der Zecke nach der Entfernung), folgende Kriterien wurden beurteilt:

  • Reaktion des Tieres beim Herausnehmen
  • Wie leicht war die Zecke zu fassen
  • Benötigte Zeit zur Entfernung
  • Kraftaufwand beim Herausziehen
  • Wie war die Bedienung des Geräte
  • Zustand der Mundwerkzeuge nach Entfernung (nur hier gab es die Note 3, dies ist auch unwichtig)

Durchschnittsnoten der getesteten Entfernungstools:

  1. Platz Zeckenzange Note 1,33
  2. Platz Lasso Note 2,17
  3. Platz Tick Twister Note 2,83
  4. Platz Pinzette Note 4,17 (kein gutes Ergebnis für eine spitze Pinzette)
  5. Platz Zeckenkarte Note 4,33

Es ist nicht verwunderlich, dass das Herausdrehen von Zecken aus der Haut am besten funktioniert. Die Zecken verankern ihre Widerhaken nämlich mittels eines Speicheldrüsensekrets in der Haut. Beim Herausdrehen einer Zecke werden die Widerhaken seitlich herausgezogen, dabei werden die Mundwerkzeuge zwar etwas beschädigt, dafür kann die Zecke jedoch problemlos und komplett entfernt werden. Fakt ist, dass die Zeckenzange und das Herausdrehen der Zecke bei allen untersuchten Kriterien mit der Note 1 bewertet wurde, nur das Kriterium Zustand der Mundwerkzeuge nach der Entfernung wurde mit der Note 3 bewertet, aber wen interessiert dies? Die Auswertung aller vorliegenden Studien und Untersuchungen bezüglich der Zeckenentfernung lässt den Schluss zu, dass man die in Europa verbreiteten Zecken (Ixodes ricinus oder Gemeiner Holzbock) immer herausdrehen sollte! Insbesondere sollte man die Entfernung einer Zecke mit einer Pinzette kritischer hinterfragen!

 

 

» Patentierte Instrumente von Dr. Schick zur Entfernung von Zecken

Zeckenzange Ultra ChirurgenstahlZeckenzange UltraZeckenzangeZeckenkammkarte

» Impfung gegen Borreliose bald möglich?

Es gibt aktuell nichts Neues:

An verschiedenen deutschen Universitäten ( u.a. Institut für Immunologie, Heidelberg) und an einigen anderen internationalen Zentren wurde ein Impfstoff gegen Borreliose getestet, mit bisher sehr gutem Erfolg. Dieser Impfstoff wirkt gegen viele

 Borrelienarten, allerdings benötigen die notwendigen Zulassungsverfahren sicher noch längere Zeit bis zur Markteinführung. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Impfstoff gut verträglich sein, es wird aber wohl noch einige Jahre dauern, bis eine Impfung möglich sein wird. Schwierigkeiten bereiten in der Entwicklung des Impfstoffes vor allem die verschiedenen Borrelienstämme, gegen die eine Immunität und Antikörperbildung erreicht werden soll. In den USA befindet sich ein Impfstoff gegen Borreliose in der klinischen Phase und steht kurz vor der Zulassung. In Europa sind mehr als 30 Borrelienarten bekannt (hauptsächlich B. Burgdorferi, B. afzelli , B. garini, B. valaisiana, B.spielmanii und einige andere). 

» Antibiotische Creme/Salbe gegen Borrelien?

Ein Gel mit dem Wirkstoff Azithromycin befindet sich in der Phase III der Zulassung. Die Studie wurde jedoch abgebrochen, da sich bei den zugrundegelegten Kriterien keine Wirksamkeit zeigte: http://thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(16)30529-1/fulltext

Trotzdem konnte in einer Untergruppenanalyse festgestellt werden,  dass die bei der Borreliose in ca. 2/3 der Fälle auftretende "Wanderröte" (Erythrema migrans) verhindert werden kann.

Amerikanische Forscher haben ebenfalls die Wirksamkeit einer Creme mit 4 % Azithromycin bestätigt, eine Creme mit dem Antibiotikum Doxycyclin zeigte dabei jedoch keine Wirksamkeit gegen Borrelien. Die Creme war sogar wirksam bei nur einmaligem Auftragen nach einem Zeckenstich. Auch konnte die Wirksamkeit bestätigt werden, wenn die Creme auf die Haut der Mäuse nicht an der Stichstelle aufgetragen wurde. Die Wissenschaftler diskutieren deshalb, ob es sich um eine systemische Wirkung handeln könnte.

Anmerkung von Dr. Schick: Da sich die Borrelien an der Einstichstelle ausbreiten, könnte tatsächlich die Ausbreitung der Erreger und somit auch die Wanderröte vermieden werden. Weitere diesbezügliche Studien werden und müssen nun folgen. Das Auftragen der Creme kann auch noch bis 24 Stunden nach dem Zeckenstich erfolgen. 

Unsere Empfehlung (bis endgültige Studien vorliegen): Nach dem Entfernen der Zecke eine antibiotische Salbe (am besten mit dem Wirkstoff Azithromycin 5 %) auf die Stichstelle auftragen. Fragen Sie Ihren Arzt, Ihr Apotheker könnte diese Creme problemos auf Rezept anfertigen, die Creme sollte nach dem Entfernen der Zecke aufgetragen werden. Da sich die Borrelien in der Haut ausbreiten, empfehlen wir, die Azithromycin Creme 7 Tage lang morgens und abens an der Stichstelle einzureiben. 

Rezeptur einer 5 %-igen Azithromycin Creme, erstellt von Apotheker Dr. Schick :

Azithromycin 1 g, Basiscreme DAC ad 20,0 g                                                                                                                                   Hinweis für Apotheken: 2 Tabletten Azithromycin 500 mg (z. B. Aristo) pulversieren und die Basiscreme einarbeiten.

» Studie: Zecken fast ganzjährig und selbst in waldfernen Gärten aktiv

Die Universität Hohenheim veröffentlicht erste Ergebnisse zur 1. Zeckenerhebung in deutschen Gärten / 3. Süddeutscher Zeckenkongress am 14. März 2016

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?&tx_ttnews[tt_news]=30970&cHash=b3855d9304

Das Ergebnis der Studie ist nicht überraschend:

Wegen des Klimawandels sind Zecken fast ganzjährig aktiv, so berichtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. Dr. Kahl, Zeckenforscher und Geschäftsführer der Firma tick-radar, die sich schwerpunktmäßig mit Zecken und der Zeckenaktivität beschäftigt, weist darauf hin, dass in seinen Zeckenstationen die Zecken sogar an den Weihnachtsfeiertagen aktiv waren. Vorsicht ist also zu allen Jahreszeiten geboten, vor allem auch deshalb, weil sich die Zecken inzwischen auch in unseren Gärten wohlfühlen und ausbreiten.

Seit dem Jahr 2014 kontrolliert Frau Prof. Mackenstedt ca. 100 Gärten im Raum Stuttgart bezüglich der Zeckenpopulation. In mindestens 60 % der Gärten wurde die Parasitologin fündig, Zecken breiten sich immer mehr in unseren Gärten aus, berichtet die Forscherin, die Ergebnisse können durchaus auch auf andere Städte übertragen werden.

Eingeschleppt werden die Plagegeister in unsere Gärten durch Vögel, Haustiere, Wildtiere ( Nager etc.). 

» Anaplasmose (Ehrlichiose), die unterschätzte Krankheit

Anaplasmose / Ehrlichiose (med. Fachbegriff HGA = Humane granuozytäre Anaplasmose oder auch HGE  = Human Granulocytic Ehrlichiosis)

Bei der Anaplasmose handelt sich um eine weitere Infektionskrankheit, deren Erreger, ein Bakterium namens Anaplasma phagocytophilum, von Zecken, hauptsächlich von Schildzecken (Ixodes ricinus) übertragen wird, Anaplasmose kommt vor allem in Nordamerika, aber auch in Asien und Europa vor. Die Prävalenz dieser Erkrankung wird in Deutschland unterschätzt. Bei Blutuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass bis zu 5 % der Bevölkerung Antikörper gegen diesen relativ unbekannten Erreger haben. Bei Waldarbeitern betrug die Antikörperrate sogar bis zu 14  %. Warum diese Krankheit nicht oft diagnostiziert wird, liegt vielleicht daran, dass Ärzte bei Beschwerden nach einem Zeckenstich häufig Antibiotika verordnen, diese Antibiotika wirken sowohl bei Borreliose als auch bei Anaplasmose. Ein ähnlicher Erreger namens Ehrlichia chaffeensis, beheimatet in Nord- und Südamerika, wird ebenfalls von Zecken übertragen, diese Krankheit heißt HME (Humane monozytäre Ehrlichiose). Die Erreger finden sich in intraleukozytären Zellen, beide Krankheitsbilder ähneln sich.     

Leitsymptome der Anaplasmose: Fieber (100 %), Muskelbeschwerden (98 %), wie z.B. Muskelschmerzen, Muskelsteifheit (95%), erhöhtes Blutungsrisiko (Thrombopenie), erhöhtes Infektionsrisiko (Leukopenie). Auch Symtome wie Erbrechen, Durchfälle, Bauchschmerzen,

Schwindel, Gewichtsabnahme, Verwirrtheit treten häufig auf.

Die Krankheit kann durchaus schwere Verlaufsformen zeigen (häufige Fieberschübe) und auch zum Tode führen. 

Auch Mischinfektionen mit anderen Erregern (Borrelien, Rickettsien, Babesien, FSME etc.) sind immer möglich.

Therapie der Wahl: 2-3 Wochen lang 2x100 mg Doxycyclin

» Zeckenzange, warum sollten die Zecken damit entfernt werden?

Die in Deutschland und Europa heimische Zecke "Ixodes Ricinus" (auch Holzbock genannt) kann sehr leicht mit einer Zeckenzange entfernt werden, dabei sollte die festgesogene Zecke hersusgedreht werden!

Alle uns vorliegenden Studien und Untersuchungen zeigen, dass ein Herausdrehen der Zecke am besten funktioniert (siehe Studienübersicht bei www.zeckenzange.eu). Beim Drehen wird die Zecke zwar etwas mehr beschädigt als beim Herausziehen, es muss beim Drehen jedoch viel weniger Kraft und Druck auf die Zecke ausgeübt werden, auch bleiben beim Herausdrehen weniger Anteile von Mundwerkzeugen in der Haut zurück. Beim Herausziehen reißt der Zeckenkörper eher ab, die zurückbleibenden Teile sind dabei deutlich größer und könnten erregerhaltiges Material enthalten (Studie von De Boer).

Die Zeckenzangen von Dr. Schick aus Kunststoff haben nur einen sehr geringen Greiferdruck und ermöglichen nicht das Herausziehen von Zecken, es wird also auch bei der Entfernung auch nur ein geringer Druck auf die Zecke ausgeübt.

Vergleich mit einer Pinzette: Der Mensch wird hauptsächlich von der Zeckennymhe (Größe ca. 1 - 1,2 mm) gestochen. Die Nymphe gräbt sich nun mit den Mundwerkzeugen in die Haut, so dass oft weniger als 1 mm aus der Haut herausragen. Die im Internet kursierenden Animationen zeigen nicht die Realität, da Zecken im Vergleich zu einer Pinzette überdimensional dargestellt werden. Wer also eine Zeckennymphe mit einer handelsüblichen Pinzette entfernt, wird den Zeckenkörper mindestens zur Hälfte ergreifen. Weil beim Herausziehen mehr Druck ausgeübt werden muss und eine feine spitze Pinzette einen Durchmesser von ca. 0,5 mm hat, könnte der Zeckenkörper auch bei Verwendung einer Pinzette gequetscht werden. Bei einer Zeckenlarve (ca. 0,5 mm klein) wird mit der Pinzette der gesamte Zeckenkörper erfasst. In einer amerikanischen Studie war eine komplette Entfernung einer Zeckennymphe nicht möglich, in 95 % der Fälle blieben Anteile der Mundwerkzeuge in der Haut zuück, kommerzielle Instrumente wurden besser beurteilt als eine Pinzette. Allerdings sind die amerikanischen Zeckenarten nicht mit der Europäischen Zecke (Ixodes Ricinus) zu vergleichen. 

Bei der Entfernung einer festgesogenen Zecke mit einer spitzen Pinzette raten wir zur folgenden Vorgehensweise: Zecke  möglichst hatnah fassen, danach eine halbe Umdrehung nach rechts und links und die Zecke dann ganz langsam herausziehen, dies ermöglicht eine vollständige Entfernung. 

Unsere Empfehlung: Zecken mit einer Zeckenzange (am besten mit wenig Greiferdruck) fassen und langsam herausdrehen (ca. 2 Umdrehungen), die Drehrichtung ist dabei nicht von Bedeutung.

» Azithromycin-Creme schützt vor Borreliose

Eine 4 %-ige Azithromycin-Creme schützt vor Borreliose

Eine amerikanische Forschungsgruppe (Piesmann J; Hojgaard A; Ullmann AJ; Dollmann MC) hat bewiesen, dass eine Creme mit dem Antibiotikum Azithromycin vor einer Infektion mit Borrelien schützen kann. Eine Creme mit dem Wirkstoff Doxycylin (4 %-ige Creme) war dagegen nicht wirksam. Das einmalige Auftragen einer Creme mit 4 % Azithromycin auf die Stichstelle zeigt nun das etwas überraschende Ergebnis, dass die Übertragung von Borrelien zuverlässig verhindert werden konnte, auch wenn die Creme erst 1-2 Tage nach dem Entfernen der Zecke aufgetragen wurde. Die Untersuchung wurde zwar an Mäusen durchgeführt, jedoch sollten diese Ergebnisse auch beim Menschen bestätigt werden können. Ein Schutz war sogar noch vorhanden, wenn die Creme bis zu 2 Wochen nach dem Zeckenstich aufgetragen wurde, auch dann konnten bei 74 % der Mäuse keine Borrelien nachgewiesen werden.

Auch war die Creme wirksam, wenn diese nicht an der Stichstelle sondern an einer anderen Hautstelle aufgetragen wurde, dies spricht eher für eine systemische Wirkung.

Zur Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3910720/  (Efficacy of an Experimental Azithromycin Cream for Prophylaxis of Tick-Transmitted Lyme Disease Spirochete Infection in a Murine Model)

Hinweis von Dr. Schick: Die amerikanische Studie zeigt und beweist die hohe Wirksamkeit des Antibiotikums Azithromycin gegen Borrelien. Im Gegensatz dazu war eine Doxycyclin Creme nicht wirksam, auch dies ist etwas überraschend, weil Doxycylin das Mittel der Wahl gegen Borreliose im Stadium I ist. Da grundsätzlich empfohlen wird, nach einer Zeckenentfernung die Stichstelle zu desinfizieren, sollte man überlegen, ob nicht das beste und auch verfügbare Antibiotikum als Creme aufgetragen werden sollte. Es wäre überlegenswert, die Azithromycin Creme/Salbe 2 x pro Tag und mindestens 7 Tage lang aufzutragen, bis neue Studien oder Empfehlungen vorliegen. Azithromycin ist verschreibungspflichtig, die Rezeptur könnte in eder Apotheker problemlos angefertigt werden.

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